Hausinterne Tagesbetreuung – HiT in München

31. Juli 2013 vom CASA REHA Seniorenpflegeheim Am Giesinger Bahnhof

HIT 1Das CASA REHA Seniorenpflegeheim »Am Giesinger Bahnhof« in München setzt eine moderne Form der Betreuung von Menschen mit Demenz um: die hausinterne Tagesbetreuung, HiT genannt.

Die Stadt München fördert in den Pflegeheimen, die in der bayrischen Landeshauptstadt tätig sind, die Betreuung von demenziell veränderten Menschen. Auch im Haus »Am Giesinger Bahnhof« konnte die hausinterne Tagesbetreuung umgesetzt werden.

Die teilnehmenden Personen leben wie gewohnt auf ihren verschiedenen Wohnbereichen, werden jedoch tagsüber in eine gemeinsame Gruppe zusammengebracht. Für diese Aufgaben ist ein Gruppenraum entsprechend der Vorgaben der Stadt gestaltet worden. Es befindet sich eine eingerichtete Einbauküche dort, Ruheecken wurden geschaffen und ein gemütlicher Bereich für Aktivitäten in der Gruppe. Zudem gibt es eine sonnige Terrasse, mit duftenden Kräutern und Blumen.

Im HiT-Bereich werden Bewohner mit Demenzerkrankung entsprechend ihrer Fähigkeiten intensiv betreut und versorgt, so dass eine auf den Einzelnen fokussierte Betreuung auch gewährleistet ist. Für diese Bewohnergruppe ist eine feste Bezugspflegeperson verantwortlich. Frau Angeliki Tzaras ist eine ausgebildete gerontopsychiatrische Fachkraft und kümmert sich seit September 2012 um die Hausinterne Betreuung »Am Giesinger Bahnhof«.

„Für Bewohner mit Demenz ist Regelmäßigkeit und das Arbeiten mit Ritualen sehr wichtig. Dies spiegelt sich auch in der Tagesstruktur unserer HiT-Gruppe wider“, erläutert Bezugspflegerin Tzaras. „Die Gruppe trifft sich montags bis freitags in einem eigenen Bereich im Haus. Samstage und Sonntage sind dann auch für diese Bewohner deutlich als Wochenende abgegrenzt.“ Zentrale wiederkehrende Abläufe in der HiT-Gruppe sind die gemeinsamen Morgen- und Nachmittagsrunden. Hier wird z. B. gemeinsam zur Begrüßung und zum Abschied gesungen – die Lieder „Danke“ und „Ade zur guten Nacht“ sind den Bewohnern noch aus Jugendtagen bekannt und sie können meist trotz fortgeschrittener Demenz gut mitsingen. Darüber hinaus wird in diesen Runden kognitiv gearbeitet: Gedächtnistraining, Ratespiele oder Biografiearbeit sind fester Bestandteil des Tagesablaufs.

Zusätzlich zu kognitiven Maßnahmen ist auch eine physische Förderung der Bewohner sehr wichtig. Mit Sitzgymnastik trainieren sie gleichzeitig Koordinationsfähigkeit und Gleichgewicht, was wiederum der Sturzprophylaxe dient. Zudem wird durch interaktive Elemente der Kontakt mit anderen gefördert.

Ziel dieser Betreuungsform ist es, die individuellen Fähigkeiten der Bewohner zu fördern und zu fordern. Der wertschätzende Umgang vermittelt ihnen, dass sie nach wie vor in der Gemeinschaft wichtig sind und einen Sinn in ihrem Tagesablauf spüren. Dies stärkt ihre Lebensqualität und das Selbstbewusstsein. Ein weiterer Aspekt ist die Vermittlung von Sicherheit und Geborgenheit in der Gruppe, denn Menschen mit Demenz können sich untereinander besser akzeptieren und unterstützen.

„Wir wollen damit den Bewohnern Orientierung geben und so den Antrieb der Bewohner in ein Konzept führen, das den demenzkranken Menschen einen zufriedenen Alltag ermöglicht“, erläutert Heimleiter Stefan Freitag. „Wir arbeiten zudem daran, diesen Gruppenbereich mit weiteren liebevollen Einrichtungsdetails auszustatten und ihn so für unsere Bewohner mit Demenz noch heimeliger zu gestalten.“

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